Pferdephysiotherapie Christina Schumann Sattel Schulterblatt Pferd

Das Schulterblatt und der Sattel

Betrachtet man Körperbau und Sattel, so wird schnell klar, dass das Schulterblatt bei der Passform des Sattels eine große Rolle spielt.

Das Schulterblatt des Pferdes ist nicht durch ein echtes Gelenk mit dem Brustkorb verbunden, sondern nur durch Muskulatur. Dabei gleitet das Schulterblatt über den Rumpf des Pferdes. Damit kann es eine wichtige Aufgabe erfüllen, nämlich die Stoßdämpfung der Vorhand. Tritt das Pferd auf, gleitet das Schulterblatt am Rumpf entlang Richtung Mähnenkamm. In der sogenannten Hangbeinphase, also wenn sich das Vorderbein des Pferdes in der Luft befindet, gleitetes wieder abwärts. Somit kann es die Kraft, die bei der Bewgung entsteht abfedern.

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Und natürlich ist das Schulterblatt an der Vorwärtsbewegung des Vorderbeins beteiligt. Führt das Pferd sein Bein vor, rotiert der obere Rand des Schulterblatts (der Schulterblattknorpel) schweifwärts. In der Rückführphase hingegen rotiert der Schulterblattknorpel kopfwärts. Und diese Bewegung kann entweder durch einen schlecht sitzenden oder falsch liegenden Sattel beeinträchtigt werden.

Die Pauschen des Sattels sollen zwei Finger breit hinter dem hinteren Rand des Schulterblattes liegen, damit das Pferd sein Vorderbein ohne Einschränkung vorführen kann. Dazu muss der Sattel stabil in der Sattellage liegen und optimal passen. Eine Schwierigkeit besteht zum Beispiel bei bauchigen Pferden. Hier neigt ein nicht optimal sitzender Sattel dazu, nach vorne zu rutschen, da der Sattelgurt automatisch in die schmalste Rumpfstelle hinter dem Ellbogengelenk zieht. Auch bei Pferden mit wenig Widerrist rutscht der Sattel gerne nach vorne auf das Schulterblatt. Deshalb hat man bei Islandpferden beispielsweise lange Zeit zu Schweifriemen gegriffen, um ein Vorrutschen zu verhindern. Das dieser zusätzliche Zug auf die Wirbelsäule nicht vorteilhaft ist, ist leicht vorstellbar.

Abschließend mein Tipp, um ein schmerzhaftes Kollidieren von Schulterblatt und Sattel zu vermeiden: Beim satteln bereits darauf achten, dass der Sattel zwei Finger hinter dem Schulterblatt liegt, damit es frei rotieren kann. Hat sich das Pferd einige Zeit bewegt, die Lage des Sattels noch einmal überprüfen. Ist der Sattel nach vorne gerutscht, ist er eventuell zu weit und sollte angepasst werden.

Mehr Tipps zum passenden Sattel gibt es in diesem Artikel.

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