Eigenes Pferd

Erste Schritte mit dem eigenen Pferd

… dass erste, eigene Pferd. In vielen Fällen, wie bei mir auch, schneller als geplant und das komplette Gegenteil von dem, was man sich immer in seinem Kopf ausgemalt hat.

Ich zum Beispiel wollte immer einen mausfarbenen Falben. Und auf jeden Fall einen Wallach, bloß keine zickige Stute! Und, an welches Pferd habe ich mein Herz verloren? Genau, an eine fuchsrote Stute.

Eine Herzensentscheidung

Jeder hat wohl seine ganz persönlichen Momente, in denen man merkt: Ja, es passt! Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Es ist das Beste, wenn man die Entscheidung für ein Pferd mit dem Herzen trifft.

 

Und dann steht man da mit dem ersten eigenen Pferd und spürt ganz viel: Freude, Glück und Stolz, aber auch Verantwortung. Wie gestalten wir unseren gemeinsamen Weg? Wo möchten wir hin?

Viele Fragen, die sich nicht von heute auf morgen beantworten lassen, soviel steht fest.

Man erhält viele Ratschläge von Reitlehrern, Sattlern, Schmieden oder Hufpflegern und auch von anderen Einstallern. Und diese gilt es erstmal zu sortieren: Was fühlt sich richtig an und könnte zur Pferd-Mensch-Beziehung beitragen?

Selber wusste ich am Anfang auch nicht genau, wo die gemeinsame Reise mit meinem Pferd hingehen wird. Ich habe mir beidseitiges Vertrauen und für uns beide viele entspannte Momente gewünscht. Viele Dinge ausprobiert und auch aussortiert, wenn sie sich nicht stimmig angefühlt haben. Besonders das letzte Jahr war davon geprägt, das Band zwischen meiner Pretta und mir zu stärken. Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich euch ein paar Gedanken mit auf den Weg geben, wenn ihr vielleicht auch gerade erst Besitzer des ersten eigenen Pferdes geworden seid oder an einer engeren Bindung zu eurem Pferd arbeitet.

  1. Nimm Dir Zeit, Dein Pferd kennenzulernen!

Beobachte es in verschiedenen Situationen. Wie verhält es sich in der Herde? Wie kommuniziert es mit anderen Pferden? Welche Rangposition nimmt es ein?

Finde heraus, wie es sich in Deiner Gegenwart verhält. Folgt es Dir gerne vom Paddock oder von der Weide? Steht es entspannt am Putzplatz und lässt es sich gerne berühren? Ist es vielleicht an manchen Stellen kitzelig oder empfindlich?

Gehe spazieren und erlebt zusammen neue Situationen. Läuft es fröhlich und neugierig mit Dir mit oder wirkt es eher unsicher und angespannt? Erfahre in der Bodenarbeit, in welcher Fühposition sich Dein Pferd wohl fühlt : versteckt es sich hinter Dir oder geht es selbstbewusst neben Dir her? Wie reagiert es auf Deine Körpersprache?

Und schließlich: Wie verhält es sich beim Reiten? Achte auf die Körperhaltung und das Ohrenspiel in bestimmten Übungen.

Eine gutes Möglichkeit, die körperliche Verfassung des Pferdes kennen zu lernen ist zum Beispiel die Körperarbeit. Hierfür bieten sich Übungen nach Linda Tellington Jones an. Baut man diese regelmäßig in die Arbeit mit dem Pferd ein, bekommt man bald ein Gespür für die Muskulatur seines Pferdes und erkennt Verspannungen oder schmerzhafte Partien sehr schnell.

2. Gehe unvoreingenommen an die gemeinsame Arbeit

Wenn wir mit Pferde zusammen arbeiten, müssen wir immer darauf Rücksicht nehmen, dass sie unseren gemeinsamen Weg mitbestimmen. Daher finde ich, dass hier das Motto „Der Weg ist das Ziel“ sehr gut passt.

Wenn wir uns zum Beispiel fest vornehmen, dass unser Pferd irgendwann auf jeden Fall piaffieren soll, dann schieben wir es bereits mit diesem Ziel in eine vorgefertigte Richtung und überhören so vielleicht Reaktionen des Pferdes, die zeigen, dass es dieses Ziel nicht erreichen kann. Oder das der eingeschlagene Weg eventuell nicht der ist, der zum Pferd passt. Eventuell kann es gar keine Piaffe erlernen, da die körperlichen und geistigen Voraussetzungen nicht vorhanden sind. Dafür kann dieses Pferd dann aber andere Dinge erlernen.

Verbissenheit des Menschen wird dazu führen, dass sich das Pferd für die gemeinsame Arbeit verschließt.

3. Betrachte Dich selbst

Unsere Pferde spiegeln immer unsere eigene, teils auch unbewusste Ausstrahlung . Wenn wir locker sind, sind es unsere Pferde auch. Wenn wir nicht wissen, was wir wollen, wird das Pferd alleine entscheiden.

Reflektiert man gemeinsame Schritte, erkennt man irgendwann, warum das Pferd in einer bestimmten Situation so oder so reagiert hat.

Manche Pferde können auch nur schwer mit Emotionen seines Menschen umgehen. Mein Pferd ist beispielsweise überfordert, wenn ich traurig bin und in diesem Zustand mit ihr arbeiten möchte, um mich abzulenken.  In diesen Situationen versucht sie zu fliehen, um sich der Belastung durch meine Emotionen zu entziehen.

4. Finde Deinen eigenen Weg

Es ist immer sinnvoll, Reitunterricht zu nehmen, um zum Beispiel an der eigenen Reittechnik zu feilen. Es ist auch immer gut, neuen Input und Denkanstöße zu erhalten. Aber eines sollte man nie vergessen: Nur Du alleine kannst entscheiden, was für Dein Pferd und Dich gut ist! Sei mutig und probiere Dinge aus, die Dir gefallen. Finde heraus, ob sie Deinem Pferd gut tun. Wenn ja, bleib dran. Wenn nicht, dann gibt es einen anderen Weg für euch!

Es gibt auch nicht die eine, richtige Methode in der Arbeit mit Pferden. Es gibt viele verschiedene und daraus kann man sich häppchenweise seine eigene Methode bauen. Bleibe also immer offen für Neues!

Einen tollen Bericht über das Vertrauen zwischen Pferd und Mensch gibt es von Melanie auf ihrem Blog Penny das Pony.

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