Qi Meridiane Pferd

Fluss des Lebens: Qi und Meridiane

 

Der ungestörte Fluss des Qi, dass ist das Ziel der TCM. Qi heißt übersetzt Energie. Es füllt jeden Körper mit Leben und fließt auf seinen Leitbahnen, den Meridianen. Damit nährt es alle Organbereiche des Körpers.

Qi ist eine unsichtbare Kraft. Aber ohne Qi ist kein Leben möglich. Wenn der Qi-Fluss gestört ist, entstehen Krankheiten. Meist ist der Qi-Fluss schon vor dem Ausbruch von Krankheitssymptomen gestört. Ein erfahrener Tierarzt oder Tierheilpraktiker wird diese Störung schon frühzeitig feststellen können und damit nachhaltig auf die Gesundheit des Pferdes einwirken.

Liegt eine Veränderung im Fluss des Qi vor, kann es zu einer Leere, einer Fülle oder einem Stau der Energie kommen.

Der Körper bezieht Qi aus unterschiedlichen Quellen, wie zum Beispiel der Atemluft (Zhong-Qi) oder der Nahrung (Gu-Qi). Es gibt jedoch eine angeborene Energie, das so genannte Yuan-Qi. Es wird jedem Lebewesen schon bei der Zeugung mit gegeben. Diese Form der Energie nimmt im Laufe des Lebens immer weiter ab. Wenn Yuan-Qi aufgebraucht ist, ist auch das Leben zu Ende.

Hat das Pferd zu wenig Qi, d.h. es leidet an einem Qi-Mangel, dann ermüdet es sehr schnell oder schwitzt bereits bei geringer Anstrengung. Pferde, die zu wenig Energie haben, sind eher kälteempfindlich und wirken lethargisch.

Liegt eine Fülle von Qi vor, dann sind sie Schleimhäute des Pferdes stark rötlich. Die Muskulatur ist angespannt und diese Pferde neigen zu Erregbarkeit und impulsiven Reaktionen.

Das Qi fließt auf zwölf Haupt-Meridianen durch den Körper. Sie verlaufen hauptsächlich oberflächlich, haben aber Verbindungen zu den innen liegenden Organen. Deshalb werden sie auch mit Organ-Namen bezeichnet, die man aus der westlichen Medizin kennt.

Auf diesen Leitbahnen liegen die wichtigen Akupunktur- bzw. Akupressurpunkte, durch die man Störungen des Qi-Flusses behandeln kann.

Meridiane Pferd

Die zwölf Hauptmeridiane teilen sich auf in sechs Yin- und sechs Yang-Meridiane. Die Yin-Meridiane (Lungen- Herz-, Perikard-, Mild-, Nieren- und Leber-Meridian) verlaufen im Schattenbereich des Pferdekörpers: auf der Innenseite der Gliedmaßen, entlang der Bauchnaht und im unteren Halsbereich.

Die Yang-Meridiane (Dünndarm-, Dickdarm-, Drei-Erwärmer-, Blase-, Magen- und Gallenblasen-Meridian) hingegen liegen auf der Licht-Seite: auf dem Rücken und außen an den Gliedmaßen.

Alle Meridiane verlaufen symmetrisch, d.h. sie befinden sich sowohl auf der linken als auch auf der rechten Körperhälfte.

Drei Anmerkungen, bevor ich zum Ende komme:

  1. Spricht man in der TCM z.B. von einem gestörten Nieren-Meridian, bedeutet dieses keine Störung der Niere aus westlicher Sicht. In der TCM haben die verschiedenen Organe vielschichtige Aufgaben, die wir in weiteren Beiträgen kennen lernen werden.
  2. Das Pferd besitzt keine Gallenblase! Die veterinärmedizinischen Bezeichnungen der Organ-Bereiche wurden aus der Humanmedizin übernommen, daher gibt es auch bei Pferden einen Gallenblasen-Meridian, obwohl das Organ als solches nicht vorhanden ist.
  3. Die Meridiane auf dem Bild zeigen einen groben Verlauf. Teilweise verlaufen sie in Bereichen, die zweidimensional schwer darstellbar sind. Auf die einzelnen Meridiane werde ich später eingehen.

Woran Du erkennen kannst, ob der Qi-Fluss auf einem bestimmten Meridian bei Deinem Pferd gestört ist, darüber werde ich in weiteren Beiträgen berichten.

Für entspannte, gesunde und glückliche Pferde.

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