Pferd Fütterung TCM Futterberatung

Der Chinese lebt nach dem Motto „Du bist, was Du isst“. Alle Lebensmittel, die man zu sich nimmt, haben aus Sicht der TCM einen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden. Nicht umsonst gilt die Diätetik als eine der Säulen der TCM und beeinflusst neben Akupunktur, Akupressur, Tuina, Qi Gong und der Kräutertherapie den freien Fluss der Energie und das innere Gleichgewicht.

Erfahre in diesem Artikel, wie Du die Ration Deines Pferdes aus Sicht der TCM sinnvoll gestaltest.

  1. Raufutter

Do´s:

✔️ Die Bedürfnisse des Pferdes beachten: Wird Dein Pferd satt? Das merkst Du vor allem daran, dass es nicht nervös wird, sobald Futter in Sicht ist. Bestenfalls ist bei einer rationierten Fütterung noch etwas von der letzten Portion übrig. Das zeigt, dass Dein Pferd natürliche Fresspausen einlegt und nicht alle Heuhalme auf einmal verschlingt.

Passt das Raufutter zu Deinem Pferd? Leichtfuttrige Pferde benötigen entweder zuckerarmes Heu oder, wenn das nicht verfügbar ist, rationiertes Heu, was eventuell mit Stroh gestreckt wird um die Fresszeiten zu verlängern. Auch hier sollte immer darauf geachtet werden, dass das Pferd satt ist. Hunger löst Stress aus. Ist die Weide artenreich? Eine artenreiche Weide bietet neben den verschiedenen Grassorten auch unterschiedliche Kräuter und bestenfalls Sträucher oder Bäume, wo die Pferde sich an Laub und Rinde bedienen dürfen. Besteht die Weide hauptsächlich aus Gräsern, so können Kräuter oder Rindenmischungen in der Fütterung ergänzt werden. Entweder greift man hierzu auf Kräutermischungen von Futtermittelanbietern zurück, wie zum Beispiel Jahreszeitenkräuter. Oder man sammelt Kräuter selber bzw. pflanzt sie an.

Jahreszeitenkräuter gibt es zum Beispiel hier: (Werbung)*

Dont´s:

❌ Das Pferd hungern lassen: Der Pferdemagen ist darauf ausgelegt, viele kleine Portionen Nahrung am Tag aufzunehmen. Mittlerweile ist bekannt, dass lange Fresspausen eher schaden als nützen. Gestalte die Fütterung von Heu und Co. Deshalb so, dass möglichst immer etwas Futter zur Verfügung steht. Ob das nun die Fütterung von Heu zur freien Verfügung ist, oder eine rationierte Fütterung über Heunetze, dass hängt natürlich ganz von Deinem Pferd und auch dem Grundfutter ab. Aus Sicht der TCM führt eine Diät übrigens immer zu einem Mangel an Qi. Hat das Pferd zu lange Fresspausen, so kann das als Diät angesehen werden und abgesehen davon, dass das Pferd nun Magen- und Verdauungsprobleme bekommen kann, wird auch der Qi-Vorrat aufgebraucht.

❌Raufutter mit schlechter Qualität füttern: Und auch die Qualität des Grundfutters entscheidet über die Wertigkeit des Qis, welches Dein Pferd aufnimmt. Hier ist vor allem das Gu-Qi zu erwähnen. Diese Art von Qi bezeichnet die Energie, die das Pferd mit dem Futter aufnimmt. Je höher die Qualität des Grundfutters, desto wertvoller das Gu-Qi, was daraus gewonnen wird.

2. Kraftfutter

Do´s:

✔️ Nur füttern, wenn es notwendig ist: Viele Freizeitpferde haben einen eher niedrigen Energiebedarf, der meist durch eine ausreichende Fütterung von Raufutter gedeckt werden kann. Aber natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Vor allem ältere Pferde, Reha-Patienten oder schwerfuttrige Rassen können einen erhöhten Bedarf an Energie haben. Dieser erhöhte Bedarf kann durch Kraftfutter gedeckt werden. Eine Überversorgung mit Kraftfutter führt jedoch schnell zu Übergewicht, was es zu vermeiden gilt.

✔️ Getreide oder spezielle Cobs anbieten: Benötigt das Pferd Kraftfutter, sollte aus Sicht der TCM auf natürliche Varianten zurückgegriffen werden. Dazu gehören zum Beispiel Hafer oder Gerste. Getreidesorten stärken aus Sicht der TCM den Funktionskreis der Milz. Hier liegt die innere Mitte des Pferdes, weshalb es immer sinnvoll ist, diesen Bereich zu stärken, wenn man merkt, dass das Pferd aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Hafer stärkt das Qi und kann dabei helfen, Toxine auszuleiten. Außerdem hat er eine regulierende Wirkung auf den Blutzucker, weshalb er in kleinen Mengen auch bei Insulinresistenzen eine positive Wirkung erzielt.

Gerste kühlt und stärkt ebenfalls das Qi. Außerdem wirkt Gerste befeuchtend bei Trockenheitssymptomen wie trockener Haut oder brüchigen Hufen. Aufgrund dieser Wirkung kann die Gerste auch eingesetzt werden, wenn eigentlich kein Kraftfutter benötigt wird. Eine Handvoll Gerste am Tag genügt, damit das Pferd davon profitiert.

Verträgt das Pferd kein Getreide, so können spezielle Cobs gefüttert werden. Hier eignen sich zum Beispiel Heucobs mit einem hohen Anteil an Eiweißen oder Luzernecobs.

Don´ts:

❌ Fertig-Müslis füttern: Fertige Müslis enthalten oft jede Menge Zutaten, die das Pferd nicht benötigt. So werden oft Kräuter zugesetzt, die aus Sicht der TCM eine medizinische Wirkung haben. Benötigt das Pferd diese Kräuter nicht, können sie auf lange Sicht für ein Ungleichgewicht sorgen. Ein Beispiel: Kräuter haben entweder wärmende, kühlende oder neutrale Temperatur-Eigenschaften. Das heißt, sie können den Körper entweder wärmen oder kühlen. Füttert man nun langfristig Kräuter, die eine wärmende Wirkung haben, kann es sein, dass im Körper zu viel Hitze entsteht. Zuviel Hitze lässt Wasser verdampfen und es kommt zu Trockenheitssymptomen.

Übrigens gilt das auch für Pellets, die in Müslis gerne enthalten sind: Damit der Körper die Nährstoffe daraus aufnehmen kann, benötigt er aus Sicht der TCM Flüssigkeit. Bei einer regelmäßigen Fütterung von Pellets kommt es zu einem hohen Verbrauch von Körperflüssigkeiten. Dieser Verbrauch führt wiederum zu Trockenheit und Hitze im Körper. Aus diesem Grund sollten Pellets vor der Fütterung eingeweicht werden.

Oft sind Müslis bereits mineralisiert. Achte bei der Fütterung darauf, dass die enthaltenen Mineralstoffe zur Gesamtration passen. Sonst kommt es schnell zu einer Überversorgung.

Grundsätzlich ist eine Versorgung mit synthetisch zugesetzten Mineralstoffen zu hinterfragen. In der Fütterung aus Sicht der TCM gilt: So natürlich wie möglich. Deshalb sollte auf synthetische Inhaltsstoffe sowie Aromen oder Farbstoffe verzichtet werden. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe und Zutatenliste von Futtermitteln lohnt sich immer!

3. Mineralfutter

✔️ Do´s:

Ein Mineralfutter auswählen, dass sowohl zum Pferd als auch zur restlichen Ration passt. Bei der Auswahl des Mineralfutters sollte überlegt werden, welchen Bedarf das Pferd hat. Dabei sollte man sich zum einen immer an der Symptomatik des Pferdes orientieren. Hat das Pferd z.B. Hautprobleme und zudem viel Fell, dann sollte ein Mineralfutter mit einem hohen Zinkgehalt ausgewählt werden.

Eine Heuanalyse kann darüber aufklären, welche Mineralstoffe bereits im Grundfutter enthalten sind und ob es eventuell Mängel gibt, die über das Mineralfutter ausgeglichen werden sollten.

Und auch die anderen Futtermittel sollten unter die Lupe genommen werden. Kurz gesagt: Bevor Du Dich für ein Mineralfutter entscheidest, solltest Du Dir einen Überblick über die anderen Futtermittel und deren Inhaltsstoffe verschaffen, damit Dein Pferd ausgewogen versorgt wird.

Don´ts:

Einzelsupplemente über einen langen Zeitraum füttern.

Oft werden anhand eines Blutbilds Einzelsupplemente zugefüttert. Das Problem: Ein Mineralstoff hat immer Gegenspieler! Füttert man nun einen einzelnen Mineralstoff über einen längeren Zeitraum, so können dadurch andere Mineralstoffe verdrängt werden. Und so setzt sich eine Kette von Mangelerscheinungen in Gang, die vermieden werden kann.

4. Weitere Futtermittel

Kräuter:

Do´s:

✔️ Saisonale Kräuter füttern. Wenn Dein Pferd keine Allergien oder andere gesundheitliche Probleme hat, spricht nichts dagegen, ihm die Kräuter anzubieten, die gerade wachsen. Kräuter gehören zu der natürlichen Ernährung eines Pferdes und bieten Abwechslung im Futtereimer. Im Frühjahr, Sommer und Herbst kann man Kräuter gut auf Spaziergängen sammeln, sofern man Rücksicht auf die Natur nimmt. Hier empfiehlt es sich, immer wechselnde Kräuter anzubieten. So kann man auch vom Geschmack des Pferdes auf seinen Bedarf schließen.

Dont´s:

Kräuter ohne Wissen über deren Wirkung füttern. Bevor Du Deinem Pferd Kräuter anbietest, solltest Du Dich erkundigen, welche Wirkung die Kräuter haben. Nur so ist sichergestellt, dass gesundheitliche Probleme nicht verschärft werden. Das gleiche gilt, wenn Du den Verdacht hast, dass Dein Pferd allergisch reagiert. Hier sollte zunächst ein Allergietest durchgeführt werden, um die Allergie nicht zu verschlimmern.

Obst und Gemüse

Do´s:

✔️ Als gesunde Ergänzung anbieten. Möhren und Co. Sind sinnvolle Speiseplanergänzungen, wenn man sein Pferd bei gesundheitlichen Problemen unterstützen möchte. Auch hier sollte man sich, wie bei Kräutern, vorher über die Wirkung informieren. Denn in der TCM hat jedes Nahrungsmittel eine eigene Wirkung. Diese Informationen erhältst Du zum Beispiel auf meinem Blog. Dort habe ich bereits einige Futterergänzungen vorgestellt. Auch in meinem eBook „TCM im Alltag mit Pferden“ sowie dem Selbstlernkurs "TCM für Dein Pferd" stelle ich einige Futtermittel vor.

Don´ts:

In rauen Mengen füttern. Warum es nicht sinnvoll ist, z.B. Möhren und Rote Beete in großen Mengen zu füttern, darüber habe ich bereits hier geschrieben. Ausschlaggebend ist zunächst einmal der hohe Zuckergehalt. Dieser ist in Obst wie z.B. Äpfeln oder Bananen natürlich noch höher. Deshalb gilt: Sparsam einsetzen. Ihre Wirkung entfalten sie bei regelmäßiger Gabe (über 3-4 Wochen) dennoch!

Du hast Fragen zur Fütterung oder bist Dir unsicher, welche Futtermittel für Dein Pferd geeignet sind? Dann ist vielleicht eine Futtermittelberatung nach den Grundsätzen der TCM interessant für Dich. Melde Dich gerne per E-Mail an post@slaka-pferde.de.

 

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